Blick und Auflösung

Blick und Auflösung ist eine fotografische Auseinandersetzung mit Bewegung als visuelles und epistemisches Phänomen. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld der Wahrnehmung durch Sichtbarkeit und Auflösung im Akt des Sehens.
Die Serie entfaltet sich in zwei unterschiedlichen Bildwelten. Auf der einen Seite stehen abstrakte Naturaufnahmen, die in Bewegung entstehen. Sie entziehen sich eindeutiger Lesbarkeit und verweisen auf ein Sehen, das nicht fixiert ist, sondern entgleitet. Die Bilder erscheinen als visuelle Nachwirkungen, als Fragmente eines Blicks, der das Gesehene nicht festhält, sondern passieren lässt. Bewegung zeigt sich hier nicht als Motiv, sondern als Bedingung des Bildes.
Dem gegenüber stehen frontal angelegte Nahaufnahmen menschlicher Iriden. In ihrer formalen Präzision markieren sie einen Gegenpol zur Auflösung, das Auge als Ort der Fokussierung und als Schnittstelle zwischen äußerer Welt und innerer Wahrnehmung. Zugleich kehrt sich die Blickrichtung um, das Bild wird zum Gegenblick.
Ausgehend von der Auseinandersetzung mit Wahrnehmungstheorien, insbesondere den Überlegungen von Jonathan Crary, begreift die Arbeit Sehen als zeitlich, körperlich und kulturell geprägte Praxis. Bewegung ist dabei nicht nur ein äußerliches Geschehen, sondern in die Struktur des Sehens selbst eingeschrieben.
In einer Gegenwart permanenter visueller Verfügbarkeit und gleichzeitiger Zerstreuung verschiebt sich die Qualität des Blicks. Obwohl Bewegung uns permanent umgibt, bleibt sie oft unbeachtet. Blick und Auflösung setzt dem eine Verlangsamung entgegen. Die Serie lädt dazu ein, Wahrnehmung als aktiven, fragilen und relationalen Prozess zu begreifen und zu reflektieren.
Ausstellungszeitraum
Von 13. April bis 26. Juni werden sechs große Fenster am Kunstbahnhof Wörthersee in Velden mit den Arbeiten der Künstlerin gestaltet. Zusätzlich gibt es Anfang Juni (5.-7.) ein Ausstellungswochenende, an dem weitere Arbeiten der Künstlerin in der Galerie des Kunstbahnhof Wörthersee am Bahnhof Velden präsentiert werden.
Künstlerin – Violetta Stuchlik:
Violetta Stuchlik (*1993) aus Dortmund hat eine Ausbildung zur Produkt- und Werbefotografin absolviert und ist seit 2016 freiberuflich als Fotografin tätig. Nach einem Bachelorstudium in Journalismus und Public Relations führte sie ihr Masterstudium in Visueller Kultur im Jahr 2021 nach Klagenfurt. In ihren freien Projekten widmet sie sich verschiedenen Themenfeldern und Genres, darunter auch der Verbindung von Fotografie und Text sowie künstlerischem Film. Diese stellen für sie Möglichkeiten dar, Vorstellungen davon aufzuzeigen, wie die Welt gesehen werden kann. Ihre Umgebung und gesellschaftliche Beobachtung prägen ebenfalls ihre Arbeit. Aufgrund ihres akademischen Hintergrunds setzt sie sich darüber hinaus reflektiv mit der Wahrnehmung von Bildern und Sehprozessen auseinander. Seit 2025 ist sie beim Verein Lendhauer aktiv und organisiert dort kollektiv Kunst- und Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum.

Link zu ihrer Website: http://violettastuchlik.com/
Kuratorinnen
Johanna Steindl, BA
Johanna Lietz, MA Bakk. Phil.



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